Archivkino im Stadtarchiv Bochum: Stolpersteine als Kunst und Erinnerung

Event: Archivkino: 1. Stolperstein und 2. Ein Stolperstein für Hugo Steinwasser in Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte on 25. Juni 2026

Datum und Uhrzeit

25. Juni 2026 19:00 Uhr

Veranstaltungsort

Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte

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Stolpersteine auf der Leinwand: Ein Abend der Erinnerung und der kunsthistorischen Klärung

Im Archivkino des Stadtarchivs – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte entfaltet sich am 25. Juni 2026 ein konzentriertes Kunsterlebnis: Der prägnante Dokumentarfilm 'Stolperstein' (2008) von Dörte Franke trifft auf den lokalhistorisch verankerten Kurzfilm 'Ein Stolperstein für Hugo Steinwasser' (2009). In der dichten Ausstellungsatmosphäre des Kinosaals verbinden sich Werkbetrachtung, Erinnerungskultur und stadtgeschichtliche Forschung zu einer ästhetischen Erfahrung, die berührt und bildet.

Gunter Demnigs Kunstprojekt im filmischen Fokus

Als größtes dezentrales Denkmal der Welt prägt Demnigs Kunstaktion das Gedächtnis europäischer Städte. Frankes Dokumentarfilm seziert diese Kunstrichtung mit ruhiger Kameraführung, präziser Montage und kluger Kuratierung von Stimmen: Angehörige, Passanten, Befürworter und Kritiker. Das Licht gleitet über Messingplatten, die Typografie der gravierten Namen spiegelt sich im feuchten Straßenpflaster – eine Bildsprache, die Form, Material und Raumwirkung der 'Skulptur im Trottoir' filmisch nachvollzieht.

Bochumer Spur: Hugo Steinwasser (1868–1943)

Der zweite Film führt die Werkanalyse in die lokale Topografie: Schülerinnen und Schüler der Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule dokumentieren ihre Recherche im Stadtarchiv. Aktenblätter, Stempel, Signaturen – das Archiv wird zur Bühne der Geschichte. Die didaktische Klarheit des Kurzfilms verbindet Forschung, Empathie und stadtgesellschaftliche Verantwortung: kulturelle Bildung im besten Sinn.

Ästhetische Erfahrung zwischen Dokument und Denkmal

Die Doppelprojektion schärft den Blick für künstlerische Verfahren der Erinnerung: Malerei weicht hier dem Medium Film, Skulptur der Intervention im Stadtraum. Die Installation 'Stolperstein' gewinnt in der filmischen Re-Inszenierung eine neue Zeitlichkeit. Farben, Geräusche der Straße, das matte Leuchten des Messings unter wechselndem Licht – Sinneseindrücke führen zur Frage nach Sichtbarkeit, Würde und Teilhabe im urbanen Alltag.

Kunsthistorische Einordnung und Diskurs

Seit der Premiere 2008 begleitet 'Stolperstein' die Debatte um öffentliche Erinnerungskultur. Kritische Stimmen – etwa zur Symbolik der Bodenverlegung – stehen im produktiven Widerspruch zur breiten Bürgerbewegung. Diese Spannung erzeugt Erkenntnisgewinn: Kunst als öffentlicher Aushandlungsraum, Archiv als Garant der Quellenkritik, Kino als Ort der kontemplativen Werkbetrachtung.

Fazit: Ein Abend, der nachwirkt

Wer Kunst und Geschichte jenseits von Schlagworten erfahren möchte, findet hier eine konzentrierte Einladung: zwei Filme, ein Thema, viele Perspektiven. Besuchen Sie das Archivkino und erleben Sie, wie kunsthistorische Analyse, stadtgeschichtliche Forschung und sinnliche Wahrnehmung zu einer erinnerungskulturellen Praxis verschmelzen.

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Quellen:

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