ANACHASTROPA im Prinz Regent Theater: Bochum wird zur bewegten Bühne


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ANACHASTROPA: Eine Straße wird zur Bühne
Ein verunglückter Bus, eine geheimnisvolle Spur und die Castroper Straße als pulsierender Resonanzraum: Mit ANACHASTROPA lädt das kainkollektiv gemeinsam mit Vanessa Chartrand-Rodrigue, dem Prinz Regent Theater und Akteurinnen und Akteuren der Castroper Straße zu einem ungewöhnlichen Bühnenerlebnis ein. Die Audiowalk- und Street-Opera-Performance verbindet Musiktheater, Stadtraum und performative Recherche zu einer Reise durch Zeiten, Räume und Realitäten.
Zwischen Unfallort und urbanem Orakel
Am Anfang steht ein Unfall mitten auf der Castroper Straße. Doch schnell öffnet sich hinter diesem Ereignis ein vielstimmiges Panorama: Wer saß in dem Bus? Singende Fußballfans, Musicaltouristen, Weltraumpassagiere, Geflüchtete oder Gefangene? Die Inszenierung macht aus diesen Fragen ein theatrales Orakel und richtet den Blick auf die Menschen, Geschichten und Institutionen entlang einer der markantesten Straßen Bochums.
Musiktheater im Stadtraum
ANACHASTROPA bewegt sich zwischen Audiowalk vor Ort und Musiktheater-Performance im Prinz Regent Theater. Das Publikum läuft und lauscht mit, während Stimmen, Klänge und reale Orte zu einer Klang-Skulptur verschmelzen. Die Castroper Straße erscheint dabei nicht als bloße Kulisse, sondern als soziale Plastik: als Verkehrsader, Erinnerungsraum und öffentlicher Schauplatz widersprüchlicher Lebenswelten.
Von Ödipus bis Brecht
Dramaturgisch spannt die Produktion einen Bogen von Ödipus’ tragischer Begegnung an der antiken Straßenkreuzung über Brechts episches Straßentheater bis zu den Stimmen der Gegenwart. Die Regie übersetzt diese kulturgeschichtlichen Bezugspunkte in eine offene, partizipative Bühnenform. Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen heute miteinander verbunden sind – auch dort, wo Zugehörigkeit unsichtbar, brüchig oder umkämpft bleibt.
Eine radikale Einladung zum Perspektivwechsel
Das Bühnenbild entsteht aus der Stadt selbst. Gefängnismauern, Stadion, Synagoge, Planetarium, Krankenhaus und Musical-Halle bilden ein urbanes Geflecht, das durch Akustik, Bewegung und Stimmen neu lesbar wird. Die Schauspielkunst verbindet sich mit musikalischer Performance und dokumentarischen Impulsen. So entsteht eine Theateratmosphäre, die weniger auf Distanz als auf unmittelbare Wahrnehmung setzt.
Gefördert wird die Produktion unter anderem durch den Musikfonds, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW, den Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Stadt Bochum.
Fazit: Bochum als Klangkörper erleben
ANACHASTROPA verspricht kein gewöhnliches Theater im Zuschauerraum, sondern ein bewegliches, sinnliches Bühnenerlebnis zwischen Stadtspaziergang, Oper und sozialer Recherche. Wer Bochum aus einer neuen Perspektive entdecken und die Grenzen zwischen Publikum, Bühne und öffentlichem Raum überschreiten möchte, erlebt am 27. November 2026 eine außergewöhnliche Einladung: eine Straße für alle, eine Straße für keinen.
Offizielle Kanäle von kainkollektiv und Prinz Regent Theater:
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- Website: Veranstaltungsseite bei Bochum Tourismus









