Clockwork Orange im Schauspielhaus Bochum: Dystopische Bühnenkunst mit großer Wucht


Datum und Uhrzeit
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Clockwork Orange: Ein düsterer Ritt durch Gewalt, Freiheit und Verführung
Wenn am 28. November 2026 im Schauspielhaus Bochum das Licht erlischt, beginnt ein Theaterabend von verstörender Schönheit. Claudia Bossard inszeniert Anthony Burgess’ dystopischen Roman als bildstarke Auseinandersetzung mit Jugendgewalt, staatlicher Kontrolle und der Frage, ob ein Mensch ohne freie Entscheidung überhaupt moralisch handeln kann.
Alex und die verführerische Oberfläche des Bösen
Im Zentrum steht der 15-jährige Alex: charismatisch, hochintelligent, musikalisch besessen und von einer erschreckenden Lust an Gewalt getrieben. Gemeinsam mit seinen Droogs zieht er durch eine Zukunftswelt, in der Brutalität zum Spiel, zur Sprache und zum Lebensgefühl geworden ist. Zwischen Beethoven, Rausch und Übergriff entsteht ein Bühnenkosmos, der Schönheit und Schrecken unauflöslich miteinander verbindet.
Eine Inszenierung über Freiheit und Kontrolle
Die Dramaturgie folgt Alex’ Weg vom selbst ermächtigten Täter zum Gefangenen eines Systems, das ihn durch die Ludovico-Methode von jeder Gewaltfähigkeit heilen will. Medikamente und ein visueller Overkill aus Mord und Totschlag sollen seine Persönlichkeit umprogrammieren. Gerade darin liegt die zentrale Provokation des Stücks: Was bleibt vom Menschen, wenn ihm nicht nur die Gewalt, sondern auch die freie Entscheidung genommen wird?
Bühnenbild, Licht und Klang als psychischer Sog
Romy Springsguth verantwortet Bühne und Kostüm, Annalena Fröhlich Video und Musik, Bernd Felder das Lichtdesign. Die Ausstattung verbindet körperliche Präsenz mit medialen Bildern und einer zugespitzten Lichtstimmung. Die Akustik, die Rhythmik der Sprache und die visuelle Härte formen eine Theateratmosphäre, in der das Publikum nicht auf sicherer Distanz bleibt. Die Schauspielkunst des Ensembles trägt den Abend zwischen grotesker Energie, kalter Präzision und verletzlicher Menschlichkeit.
Anthony Burgess zwischen Roman, Kultfilm und Gegenwart
Anthony Burgess veröffentlichte den dystopischen Roman 1962. Nach kontroversen Debatten über eine mögliche Gewaltverherrlichung prägte Stanley Kubricks ikonische Verfilmung die weltweite Wahrnehmung des Stoffes. Die Bochumer Inszenierung richtet den Blick erneut auf die Bruchstellen einer Gesellschaft und auf eine Jugend, die der Welt den Krieg erklärt. Damit wird Clockwork Orange zum zeitgenössischen Schauspiel über die Verwechslung von Freiheit mit Gewalt und über die Verantwortung der Erwachsenenwelt.
Publikumsgespräch im Anschluss
Die Vorstellung am 28. November beginnt um 19:00 Uhr. Im Anschluss lädt das Schauspielhaus Bochum zu einem Publikumsgespräch ein. So öffnet sich nach dem Bühnenerlebnis ein Raum für Fragen zur Regie, zur Dramaturgie und zu den politischen Dimensionen dieser herausfordernden Inszenierung.
Fazit: Clockwork Orange verspricht einen intensiven Theaterabend mit starken Bildern, präziser Schauspielkunst und einer unbequemen moralischen Frage: Wie viel Freiheit bleibt, wenn der Staat den Menschen zum Guten zwingen will? Wer dystopisches Schauspiel, gesellschaftskritische Bühnenkunst und eine aufgeladene Theateratmosphäre sucht, erlebt in Bochum einen Stoff, der noch lange nach dem Schlussapplaus weiterarbeitet.
Offizielle Kanäle von Schauspielhaus Bochum:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.schauspielhausbochum.de/de/stuecke/32938/clockwork-orange










