Es gibt viele Möglichkeiten, sich dem Absoluten zu nähern: Kunst in der Pauluskirche Bochum


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Zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit: Kunst auf der Suche nach dem Absoluten
In der Evangelischen Pauluskirche Bochum begegnen sich vom 9. bis 24. Oktober 2026 erstmals Werke von Renate von Charlottenburg und BĀLAVAT in einer gemeinsamen Ausstellung. Unter dem Titel Es gibt viele Möglichkeiten, sich dem Absoluten zu nähern... entfaltet sich ein Kunsterlebnis zwischen philosophischer Reflexion, visueller Poesie und spiritueller Offenheit.
Zwei künstlerische Positionen, ein gemeinsamer Horizont
Beide Künstler lebten und arbeiteten viele Jahre in Bochum und waren fast fünf Jahrzehnte miteinander verbunden. Ihre künstlerischen Ausdrucksformen blieben dennoch eigenständig. Die Ausstellung macht sichtbar, wie unterschiedlich sich ein ähnliches geistiges Interesse artikulieren kann: die Suche nach dem Unendlichen im Endlichen und nach dem Absoluten in der konkreten ästhetischen Erfahrung.
BĀLAVAT: Philosophische Pop Art zwischen Bild und Text
BĀLAVAT entwickelte energische, kraftvolle und großformatige Objektbilder. Seine Arbeiten verbinden plakative Bildsprache mit lyrisch-philosophischen Texten und spannen gedankliche Bögen zwischen dem Profanen, dem Universellen und dem Transzendenten. In dieser Verbindung von Installation, Objektkunst und sprachlicher Reflexion erscheinen Grundfragen der Menschheit in zeitgenössischer Form neu formuliert.
Die Werkbetrachtung führt damit nicht nur in eine Kunstrichtung, sondern auch in einen Denkraum: Bilder werden zu Fragen, Materialien zu Bedeutungsträgern und die Ausstellungsatmosphäre der Pauluskirche zu einem Resonanzraum für philosophische und spirituelle Themen. BĀLAVAT verstarb 2019; seine Bilder und Schriften führen seinen künstlerischen Dialog weiter.
Renate von Charlottenburg: Zarte Linien, große Mythen
Den kontrastreichen Gegenpol bilden die detailreichen Bleistift-Tusche-Zeichnungen von Renate von Charlottenburg. Ihre Bildwelt nähert sich dem Absoluten leise, verspielt und präzise. Mythen und Märchen aus Ost und West werden aufgenommen, verwandelt und in ein neues Licht gerückt.
Die Künstlerin verbindet formale Genauigkeit mit einer poetischen Vorstellungskraft. Ihre als Meta-Romantik bezeichnete Position knüpft an die Errungenschaften der deutschen Frühromantik an und entwickelt daraus eine eigenständige zeitgenössische Bildsprache. In feinen Linien, erzählerischen Motiven und humorvollen Brüchen entstehen neue Blickwinkel auf scheinbare Gegensätze.
Die Pauluskirche als atmosphärischer Ausstellungsraum
Die sakrale Architektur der Pauluskirche prägt die ästhetische Erfahrung. Zwischen Kirchenraum, Kunstwerken und gedanklicher Konzentration entsteht eine besondere Raumwirkung, in der Licht, Stille und Bildsprache miteinander korrespondieren. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich Zeit für eine konzentrierte Werkbetrachtung zu nehmen und die Übergänge zwischen Kunst, Philosophie und Spiritualität wahrzunehmen.
Eröffnung mit Lesung und Gespräch
Zur Vernissage am Freitag, 9. Oktober 2026, liest der Schauspieler Hansa Czypionka die Texte zu den Bildern von BĀLAVAT. Moderiert wird die Eröffnung vom Philosophen und Verleger Andreas Mascha. Renate von Charlottenburg ist anwesend. Die Ausstellung verbindet damit bildende Kunst, Literatur und Gespräch zu einem kulturellen Abend mit besonderer inhaltlicher Dichte.
Fazit: Eine Ausstellung als Einladung zum offenen Denken
Besucherinnen und Besucher erwartet eine Ausstellung, die Malerei, Zeichnung, Objektkunst, Installation und philosophische Sprache in einen spannungsvollen Dialog bringt. Wer Kunst als kulturelle Bildung, ästhetische Erfahrung und Möglichkeit zur Selbstreflexion versteht, findet in der Pauluskirche einen außergewöhnlichen Ort für eine konzentrierte Begegnung mit zeitgenössischer Kunst. Diese Ausstellung verdient es, live gesehen, langsam betrachtet und offen weitergedacht zu werden.
Offizielle Kanäle von Renate von Charlottenburg und BĀLAVAT:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://parkside-gallery.berlin/es-gibt-viele-moeglichkeiten-sich-dem-absoluten-zu-naehern/










