Frankenstein im Schauspielhaus Bochum: Präzise Inszenierung entfacht Mary Shelleys Mythos

Event: Frankenstein in Schauspielhaus, Königsallee 15 on 29. April 2026

Datum und Uhrzeit

29. April 2026 19:30 Uhr

Künstler

Veranstaltungsort

Schauspielhaus, Königsallee 15

Tickets

10,00

Über diese Veranstaltung

Theater

Stimmung

Sonstige

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Schöpferwahn auf der Bühne: Frankenstein entfesselt in Bochum

Ein elektrisierendes Bühnenerlebnis: Tom Schneiders Inszenierung von Mary Shelleys Kultstoff verbindet präzise Dramaturgie mit bildstarker Schauspielkunst. In der eindringlichen Theateratmosphäre des Schauspielhauses entfaltet sich eine dichte, 105-minütige Bühnenperformance ohne Pause – intensiv, sinnlich, kompromisslos.

Die Geburt eines Mythos – poetisch, körperlich, gegenwärtig

Die Regie legt den Fokus auf den Moment der Erfindung: Mary Shelleys Sommer am Genfer See 1816, Gespräche über Wissenschaft, Elektrizität und Verantwortung. Aus diesem Funken schlägt das Bühnengeschehen Flammen: Victor Frankenstein, seine Kreatur, Percy Shelley und Lord Byron prallen in einem choreografisch präzisen Spiel aufeinander. Die Publikumsreaktion: gebannte Stille, dann langer Applaus.

Bühnenbild, Kostüm, Licht – eine visuelle Welt aus Sturm und Sehnsucht

Andrijana Trpkovićs Bühne und Kostüme formen ein wandelbares Labor aus Holz, Stoff und Metall – eine Werkstatt der Imagination. Sirko Lamprechts Lichtdesign zeichnet scharfe Kontraste, lässt Schatten atmen, schneidet Blitze in die Dunkelheit. Das Soundkonzept von Daniel Nerlich treibt den Puls, hebt Atempausen auf und legt feine Klangadern unter das Spiel.

Textschichten mit Tiefgang – Shelley trifft Melle

Neben dem Romanstoff nutzt die Produktion Auszüge aus 'Schmutzige Schöpfung – Making of Frankenstein' von Thomas Melle. So entsteht eine zweifach gebrochene Perspektive: Entstehungsmythos und Monsterdrama spiegeln sich, Verantwortung und Hybris werden zur heutigen Frage – hochaktuell und nah am Publikum.

Ensemble mit Profil

Karin Moog, Victor IJdens und Oliver Möller führen das Figurenkaleidoskop mit präziser Spielökonomie: knappe Gesten, glühende Blicke, kontrollierte Körper – Schauspielkunst, die aus Nähe Spannung gewinnt.

Fazit

Ein Abend von wuchtiger Schönheit: konzentriert erzählt, sinnlich gestaltet, klug montiert. Wer Theater als lebendige Auseinandersetzung mit Wissenschaft, Moral und Menschlichkeit erleben will, sollte diese Aufführung live sehen – jetzt Plätze sichern.

Offizielle Kanäle von Schauspielhaus Bochum:

Quellen:

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