Frankenstein im Schauspielhaus Bochum: Präzise Inszenierung entfacht Mary Shelleys Mythos


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Schöpferwahn auf der Bühne: Frankenstein entfesselt in Bochum
Ein elektrisierendes Bühnenerlebnis: Tom Schneiders Inszenierung von Mary Shelleys Kultstoff verbindet präzise Dramaturgie mit bildstarker Schauspielkunst. In der eindringlichen Theateratmosphäre des Schauspielhauses entfaltet sich eine dichte, 105-minütige Bühnenperformance ohne Pause – intensiv, sinnlich, kompromisslos.
Die Geburt eines Mythos – poetisch, körperlich, gegenwärtig
Die Regie legt den Fokus auf den Moment der Erfindung: Mary Shelleys Sommer am Genfer See 1816, Gespräche über Wissenschaft, Elektrizität und Verantwortung. Aus diesem Funken schlägt das Bühnengeschehen Flammen: Victor Frankenstein, seine Kreatur, Percy Shelley und Lord Byron prallen in einem choreografisch präzisen Spiel aufeinander. Die Publikumsreaktion: gebannte Stille, dann langer Applaus.
Bühnenbild, Kostüm, Licht – eine visuelle Welt aus Sturm und Sehnsucht
Andrijana Trpkovićs Bühne und Kostüme formen ein wandelbares Labor aus Holz, Stoff und Metall – eine Werkstatt der Imagination. Sirko Lamprechts Lichtdesign zeichnet scharfe Kontraste, lässt Schatten atmen, schneidet Blitze in die Dunkelheit. Das Soundkonzept von Daniel Nerlich treibt den Puls, hebt Atempausen auf und legt feine Klangadern unter das Spiel.
Textschichten mit Tiefgang – Shelley trifft Melle
Neben dem Romanstoff nutzt die Produktion Auszüge aus 'Schmutzige Schöpfung – Making of Frankenstein' von Thomas Melle. So entsteht eine zweifach gebrochene Perspektive: Entstehungsmythos und Monsterdrama spiegeln sich, Verantwortung und Hybris werden zur heutigen Frage – hochaktuell und nah am Publikum.
Ensemble mit Profil
Karin Moog, Victor IJdens und Oliver Möller führen das Figurenkaleidoskop mit präziser Spielökonomie: knappe Gesten, glühende Blicke, kontrollierte Körper – Schauspielkunst, die aus Nähe Spannung gewinnt.
Fazit
Ein Abend von wuchtiger Schönheit: konzentriert erzählt, sinnlich gestaltet, klug montiert. Wer Theater als lebendige Auseinandersetzung mit Wissenschaft, Moral und Menschlichkeit erleben will, sollte diese Aufführung live sehen – jetzt Plätze sichern.
Offizielle Kanäle von Schauspielhaus Bochum:
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- YouTube: Kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.schauspielhausbochum.de/
Quellen:
- Schauspielhaus Bochum – Frankenstein (Stückseite)
- Schauspielhaus Bochum – Preise und Spielplan (10 €-Tag 29.04.)
- Schauspielhaus Bochum – Anfahrt und Parken
- Schauspielhaus Bochum – Barrierefreiheit
- Bochum Tourismus – Veranstaltungseintrag Frankenstein
- Schauspielhaus Bochum – Spielzeitbuch 2023/2024 (Social-Media-Hinweise)
- Ruhr Nachrichten – Berichterstattung zur Premiere Frankenstein (21.10.2024)










